Lösung

Der "Praxistag" als neue Form des berufsorientierenden Unterrichts wurde im Schuljahr 2008/09 zunächst an der Mittelschule Innenstadt und der Melanchthon-Mittelschule in Görlitz mit den neunten Klassen durchgeführt. Die Realschüler absolvierten aller zwei Wochen einen kompletten Unterrichtstag in der Wirtschaft. Diese „Praxistage" wurden in drei Blöcke aufgeteilt. 2008/2009 standen insgesamt 17 Tage zur Verfügung. Neben der praktischen Arbeit recherchierten die Jugendlichen Daten und Fakten zu den Praxisbetrieben, zu Berufsbildern und wirtschaftlichen Zusammenhängen. Diese Leistungen wurden auch benotet.

Einmalig in Sachsen ist der regelmäßige Wechsel von Praktikumsbetrieben innerhalb eines Schuljahres. Insgesamt gab es drei Blöcke. Die Aufteilung der Schüler auf die Unternehmen erfolgte zunächst nach deren Berufsinteressen. Ein zweites Praktikum wurde durch die Schule unabhängig von den Interessen festgelegt. Grund: Die Schüler sollten von ihren eigenen Scheuklappen befreit werden und ihren wirtschaftlichen Horizont erweitern. Der dritte Block erfolgte in einem weiteren Betrieb - entsprechend Berufsinteresse. Alternativ konnte das Unternehmen einen „Joker" einsetzen: Hatte ein Jugendlicher in Block 1 oder 2 überzeugt, holte sich der Betrieb diesen Schüler noch einmal. Damit konnten die Schüler nochmals auf Herz und Nieren getestet und gefördert werden.

Block 1

  • Betriebspraktikum entsprechend der Berufsinteressen
  • Ziel: Erprobung der eigenen Leistungsfähigkeit und Kennenlernen des Berufsbildes

Block 2

  • Betriebspraktikum unabhängig von Berufsinteressen
  • Ziel: Erweitern des wirtschaftlichen Horizonts, Kennenlernen von beruflichen Alternativen

Block 3

  • Betriebspraktikum entsprechend der Berufsinteressen in einem dritten Unternehmen
  • Optional: Hat ein Schüler in Block 1 oder 2 ein Unternehmen überzeugt, kann ein weiteres Praktikum in diesem Betrieb erfolgen (Talente fördern und binden)